Insolvenzantragsverfahren

Wird als Synonym zu Insolvenzeröffnungsverfahren verwandt und bezeichnet den Zeitraum zwischen Antragstellung und Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Das Insolvenzeröffnungsverfahren bzw. das Insolvenzantragsverfahren ist der erste Teil des Insolvenzverfahrens. Ihm schließt sich das eigentliche Insolvenzverfahren an. Das Verfahren beginnt, wenn der Antrag beim Amtsgericht eingegangen ist. Antragsberechtigt sind laut § 13 Abs. 1 InsO der Schuldner selbst und die Gläubiger. Es müssen hier bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, wie die (drohende) Zahlungsunfähigkeit der betreffenden natürlichen Person oder die Zahlungsunfähigkeit und/oder die Überschuldung der juristischen Person. Die gesetzlichen Grundlagen sind in §§ 17, 18, 19 InsO geregelt. Als Zahlungsunfähigkeit wird hierbei der Zustand bezeichnet, in welchem den laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachgekommen werden kann. Im Falle der Überschuldung sind die Verbindlichkeiten eines Unternehmens höher als das Vermögen und die Weiterführung des Unternehmens ist nicht wahrscheinlich.

In diesem Verfahrensabschnitt wird oft vom Insolvenzgericht ein Gutachter eingesetzt, der sowohl das Vorliegen der Insolvenzgründe, die Verfahrenskostendeckung als auch die Möglichkeit einer Fortführung des schuldnersichen Geschäftsbetriebes prüft. Der Gutachter beschäftigt sich ausgiebig mit der wirtschaftlichen und finanziellen Situation und erstellt ein Gutachten, anhand dessen das Gericht eine Entscheidung trifft, ob das Verfahren eröffnet wird.

Parallel hierzu ist es auch möglich, dass ein (schwacher) vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wird, der neben der Gutachtenerstellung gemeinsam mit dem Schuldner die Fortführung und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes sicherstellt, sodass durch die Fortführung mehr Masse für die Insolvenzgläubiger generiert werden kann. Im Insolvenzeröffnungsverfahren werden verschiedene Sanierungsmöglichkeiten überprüft. Das Ziel vom Insolvenzantragsverfahren ist nicht die Auflösung des Unternehmens, sondern es soll eine zufriedenstellende Lösung für alle Gläubiger aber auch Angestellten gefunden werden.

Für natürliche Personen ist es zudem wichtig, vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens den Antrag auf Restschuldbefreiung zu stellen. Sie sind bei pflichtgerechtem Verhalten nach Ablauf des Verfahrens schuldenfrei.

Das Gericht prüft, ob die Kosten für das Verfahren gedeckt sind. Sind die Kosten nicht gedeckt, dann muss eine Abweisung mangels Masse stattfinden. Natürliche Personen haben jedoch gemäß
§ 4a InsO die Möglichkeit, eine Verfahrenskostenstundung zu beantragen.

Geschäftsführer von Gesellschaften sind verpflichtet, den Insolvenzantrag zu stellen. Sie haben für Ausführung drei Wochen Zeit, beginnend mit dem Erlangen der Kenntnis über die Zahlungsunfähigkeit. Die gesetzlichen Grundlagen für die Verpflichtung sind in § 15a InsO geregelt. Sollte die Gesellschaft ohne Führung sein, dann müssen die Gesellschafter den Antrag für das Insolvenzeröffnungsverfahren stellen.

Anträge für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

Natürliche Personen

https://www.amtsgericht-hannover.niedersachsen.de/download/64717/Antragsformular_natuerliche_Personen.pdf

Verfahrenskostenstundung

https://www.amtsgericht-hannover.niedersachsen.de/download/64716/Antragsformular_Verfahrenskostenstundung.pdf

Juristische Personen

https://www.amtsgericht-hannover.niedersachsen.de/download/64713/Antragsformular_juristische_Personen.pdf

Juristische Personen Eigenverwaltung

https://www.amtsgericht-hannover.niedersachsen.de/download/64710/Antragsformular_juristische_Person_Eigenverwaltung.pdf7

Antrag für die Verbraucherinsolvenz

https://www.amtsgericht-hannover.niedersachsen.de/download/35399/Antrag_fuer_die_Verbraucherinsolvenz.pdf

Nachlassinsolvenz

https://www.amtsgericht-hannover.niedersachsen.de/download/35411/Antrag_fuer_die_Nachlassinsolvenz.pdf