Insolvenzplanverfahren

Insolvenzplanverfahren - Das Unternehmen in der Insolvenz sanieren

Eine Insolvenz ist nie angenehm und die notwendigen Maßnahmen werden manchmal zu lange aufgeschoben. Hier ist es wichtig zu wissen, dass mit einem Insolvenzplan die Interessen aller Beteiligten gewahrt werden können. Das Unternehmen muss nicht aufgegeben werden, somit kann die Existenz gesichert werden. Diese Möglichkeit ist im Insolvenzrecht festgeschrieben und bietet die Möglichkeit zur Sanierung des Unternehmens innerhalb der Insolvenz. Ein Insolvenzplanverfahren beinhaltet einen Vergleich, dem die Gläubiger mit Stimmrechten je nach ihren Ansprüchen zustimmen müssen. Das Insolvenzrecht sieht vor, dass auch das Insolvenzgericht dem Insolvenzplanverfahren zustimmen muss. In der Praxis kommt dieses Verfahren noch recht selten zum Einsatz.

Ein Insolvenzplan - Vorteile für die Gläubiger

Die Gläubiger haben den Vorteil, durch einen Insolvenzplan ohne Liquidation des Unternehmens ihre ausstehenden Gelder schneller zu erhalten. Die entsprechenden Quoten werden in den meisten Fällen innerhalb weniger Monate ausgezahlt, bei einem regulären Insolvenzverfahren kann dies Jahre dauern. Entscheidend ist hier die genaue Betrachtung der Gründe, die zur Insolvenz führten. Eine kompetente Analyse der Marktchancen, Sanierungsmöglichkeiten, der Wahrscheinlichkeit einer Rentabilität und die Bereitschaft der Gläubiger wie Lieferanten und Banken, in den Insolvenzplan zu vertrauen, sind wesentliche Voraussetzungen für die Erfolgschancen eines solchen Verfahrens.

Was sieht das Insolvenzrecht für Freiberufler vor?

Freiberufler wie Ärzte haben in einem Insolvenzplan die Möglichkeit sich zu sanieren. Hier bestehen Honoraransprüche an die kassenärztliche Vereinigung. Für die Freiberufler, die mit Mandantengeldern in Berührung kamen, sieht die Lage etwas anders aus. Ihnen drohen Berufsverbote durch die jeweiligen Kammern. Betroffen sind davon insbesondere Rechtsanwälte und Steuerberater.

Wie stößt man einen Insolvenzplan an?

Als Schuldner sollte man sich mindestens mit einem kompetenten Rechtsanwalt in Verbindung setzen und einen Eigenantrag auf ein Insolvenzplanverfahren stellen. Weiter hilfreiche Berater können Finanzierungsberater, Anwälte und ähnliche Experten sein, mit deren Hilfe der Insolvenzplan so überzeugend gestaltet wird, dass er die Gläubiger und vor allem auch das Gericht überzeugen kann. Es muss genau ausgearbeitet werden, mit welchen Mitteln die Sanierung des Unternehmens vorgenommen werden soll. Die Offenlegung aller die Insolvenz betreffenden Daten und Umstände ist notwendig. Sie schafft Vertrauen. Nach der erfolgreichen Vorprüfung werden die Gläubiger zu einer Versammlung einberufen. Stimmen sie dem Insolvenzplan zu, kann vor Gericht das Insolvenzverfahren ausgesetzt und der Insolvenzplan umgesetzt werden.

Was das Insolvenzplanverfahren enthalten muss

Wichtigster Bestandteil ist die Übersicht über die Ansprüche der Gläubiger. Die wirtschaftliche Lage des Schuldners muss offengelegt werden, die einzuleitenden Maßnahmen zur Liquidation werden genau beschrieben. Die Rechtsstellung der Beteiligten, Haftungsansprüche und finanzielle Absprachen sind festzuhalten. Die Gläubiger werden in Gruppen eingeteilt und haben, je nach ihren Ansprüchen gesichtet, Stimmrechte. Mit einem überzeugenden Insolvenzplan, der auch die vorangegangenen Fehler und Versäumnisse beachtet, sind die Chancen auf Zustimmung meist recht gut. Die Mehrheit der Gläubiger, je nach Stimmrechten und Kapital, muss zustimmen, damit das Insolvenzplanverfahren zustande kommen kann. Kommt der Insolvenzplan nicht zustande, weil z.B. die Mehrzahl der Gläubiger diesen ablehnen, kommt das normale Insolvenzverfahren in Betracht.